31. Mai 2016 - Blasorchester Storndorfer Schützen

Quelle: OZ Alsfeld

Musik aus dem Egerland

IM PORTRÄT Storndorfer Schützen sind mit Eifer bei der Sache / Konzert in Kanada ein Höhepunkt

blasorchester

Blasorchester - Übungsstunde im Vereinsraum. Foto: Buchhammer

STORNDORF - (lb). "Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an", ziert in Storndorf ein schmucker Schriftzug die Wand eines gut frequentierten Raumes über dem Dorfgemeinschaftshaus und verrät sofort, welcher Verein dort zu Hause ist: die Musikkapelle "Storndorfer Schützen".

Wenn diese Musikerinnen und Musiker aufeinandertreffen, sind gute Stimmung und Schunkellaune garantiert. Nicht nur bei offiziellen Terminen zur Kirmes oder zu Konzerten, sondern ebenso innerhalb der Gruppe in den Proben, wie ein Besuch bei den Schützen zeigt. "Donnerstag ist Schützentag. Das ganze Jahr über. Und von Januar bis April legen wir zusätzlich jeden Sonntagmorgen eine Sonderübungsstunde ein, als Motivationsschub für die neue Spielsaison und unser traditionelles Konzert im April", beschreibt "Kapellmeister" Uli Momberger ein Erfolgsgeheimnis seiner Musikformation. Zugleich kristallisiert sich heraus, was die Damen und Herren aus Storndorf und dem gesamten Umland eng verbindet - Freude und Spaß für die gemeinsame Sache. Alle ziehen am selben Strang, vermitteln ein familiäres Zusammengehörigkeitsgefühl. Dafür nehmen die Bläser mitunter weitere Anfahrtswege in Kauf, kommen eben nicht nur aus dem Schwalmtal, aus Alsfeld oder Helpershain, sondern auch aus Altenhain, Atzenhain und sogar aus Frielendorf im Schwalm-Eder-Kreis.

"Hier habe ich das gefunden, wonach ich viele Jahre als Ernst Mosch-Fan immer gesucht habe. Der gastierte einmal in Eifa, da war ich gerade zwölf Jahre alt. Seither war ich Feuer und Flamme für dessen Blasmusik", beschreibt Lothar Wiese seine Beweggründe, die ihn einst zu den Storndorfer Schützen geführt haben. Der damalige Dirigent, ein enger Freund Wieses, nahm ihn mit zu einer Probe und der Funke sprang über. "Das war vor mehr als 15 Jahren und noch immer bin ich dabei", freut sich der vielseitig engagierte Tenorhornbläser.

"Ein Zeichen, dass man es mit uns ganz gut aushalten kann", klinken sich seine Musikkameraden humorvoll ein und auch deren Gründe zum aktiven Beitritt bei den Storndorfer Schützen sprechen Bände. Aussagen wie "Meine Schulfreunde sind hier aktiv. Da konnte ich nicht widerstehen", die "Kameradschaft und Geselligkeit stimmen" und "wir sind ein bunter Haufen von jung bis jung geblieben" erklären alles. Und auch die klangvollen Argumente der Blasformation mit Flügel- und Tenorhörnern, Trompeten, Posaunen, Bariton, Tuba, Schlagzeug, Klarinetten und Querflöten überzeugen.

Melodien aus Böhmen, dem Egerland und Mähren gehören vorrangig zum Repertoire der gut zwei Dutzend Musiker der Blaskapelle, abgerundet mit softerer Blasmusik und volkstümlichen Schlagern. Die Musiker - die Jüngsten sind zehn Jahre alt, die ältesten sind im Rentenalter - spielen an diesem Abend unter Mombergers Händchen zunächst zwei Polkas. Es ist unverkennbar: Vorbilder der Gruppe sind Ernst Hutter, Michael Klostermann, Ernst Mosch und Robert Payer. Die Storndorfer schleifen mit Leidenschaft und Präzision an den Legato- und Phrasierungsbögen der Stücke. Perfekt ausgeglichen wirkt der Klang in den einzelnen Registern, außerordentlich "geschmeidig" das gesamte funkelnde Blech.

Mit leuchtende Augen blicken die "alten Hasen" zurück auf die Gastspiele und Auftritte im In- und Ausland, unvergessen sind die Reisen nach Kanada zum zweitgrößten Oktoberfest der Welt nach München. Im Gedächtnis geblieben sind Erinnerungen an einen traumhaft schönen Indian Summer, an ein Konzert in Toronto vor 7000 Besuchern sowie der Ausflug zu den bekannten Niagarafällen. "Das war unbeschreiblich", schwärmen die Bläser.

Der Vereinsgeschichte nach wurden die Storndorfer Schützen 1878 gegründet - zunächst als reiner Schützenverein. "Ein Schützenverein ist ja schön und gut. Es fehlt jedoch etwas Entscheidendes: die Musik", dachten sich einige Männer und gründeten kurzerhand einen Spielmannszug. 1961 stellte sich die musikalische Abteilung des Schützenvereins Storndorf in einer Mitgliederversammlung vor, das Eis war gebrochen. Vier Jahre später wurde noch ein Fanfarenzug angegliedert. 1978 stellte der gemischte Musikzug mit Naturtoninstrumenten seine Instrumente und den Verein zum reinen Blasorchester um, tauschte schwarze Hosen und Hemd gegen Kniebund- und später Lederhosen aus. Heute tritt die Formation im feschen Trachtenlook auf und präsentieren mit Begeisterung ihre Blasmusik, die von Herzen kommt und zum Herzen geht.


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