Bevölkerungs- und Sozialstruktur

Bevölkerungsentwicklung

An der Bevölkerungsbewegung lässt sich die Entwicklung des Dorfes Storndorf erkennen. In ihr spiegeln sich die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse wider, die auf die Bewohner des Ortes und des Raumes um Storndorf im Laufe der Jahrhunderte einwirken.

Einem absoluten Hoch von 1053 Einwohnern im Jahre 1840 steht ein absolutes Tief im Jahre 1939 mit 739 Einwohnern gegenüber. Der sprunghafte Anstieg während und nach Beendigung des 2. Weltkrieges bildet eine Ausnahme in der seit 1840 rückläufigen Entwicklung. Wie alle ländlichen Gemeinden Hessens wird auch Storndorf zur Aufnahmegemeinde für Flüchtlinge, Heimatvertriebene und Evakuierte.

Heimatvertriebene

Von 1939 - 1946 wurden in Storndorf 247 Zugezogene registriert. Der Ort ist jedoch nicht in der Lage, den Großteil der Flüchtlinge, Heimatvertriebenen und Evakuierten über einen längeren Zeitraum zu halten. So sinkt die Einwohnerzahl auf 939 im Jahre 1950. Diese Entwicklung setzt sich fort bis 1961. Von 1961 bis 1972 steigt die Bevölkerungszahl wieder leicht an (4,7%). Seit 1972 ist sie relativ stabil. 914 Einwohnern im Jahre 1972 stehen 913 Einwohner im Jahre 2001 gegenüber.

Altersstruktur

Die Tabelle zeigt, dass auch in Storndorf eine Tendenz zur Überalterung besteht. Die Gruppe der unter 21-Jährigen wird seit 1970 kontinuierlich kleiner, während die Gruppe der 21- unter 65-Jährigen und 65- und über 65-Jährigen ansteigt.

Demographische Entwicklung in jüngerer Zeit

Quelle: Gemeinde Schwalmtal - Vorbericht zum Haushaltsplan 2016

Die Wohnbevölkerung der Gemeinde Schwalmtal (Hauptwohnsitz) entwickelte sich in den vergangenen zehn Jahren wie folgt:

 

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

Ver-
änderung

2005-2014

Brauerschwend

626

606

586

587

576

557

550

555

549

541

-14%

Hergersdorf

187

175

175

171

164

166

167

158

149

158

-16%

Hopfgarten

294

294

278

278

284

274

283

281

278

271

-8%

Ober-Sorg

118

116

111

104

104

109

109

117

115

114

-3%

Rainrod

426

430

421

405

388

397

391

378

370

364

-15%

Renzendorf

208

203

201

199

200

195

195

190

182

183

-12%

Storndorf

852

827

822

825

814

803

802

793

781

772

-9%

Vadenrod

365

373

375

367

363

358

360

350

343

350

-4%

Unter-Sorg

60

61

59

57

53

52

54

52

61

64

+7%

Gesamt

3136

3085

3028

2993

2946

2911

2911

2874

2828

2817

-10%

Veränderung
gg. Vorjahr

 

-51

-57

-35

-47

-35

0

-37

-46

-11

 

Seit Beginn des Jahrhunderts ist die Bevölkerungsentwicklung – wie für unsere ländliche Region typisch - anhaltend rückläufig. Eine deutliche Trendumkehr ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. 

Religions­zugehörigkeit

Traditionell ist der Anteil der evangelischen Wohnbevölkerung sehr hoch. Der Anteil der Katholiken, die erst nach dem 2. Weltkrieg in Storndorf eine Rolle spielen, sinkt von 17,6 % im Jahre 1946 auf 10,4% im Jahre 1961. Das ist durch den Wegzug vieler Flüchtlinge und Heimatvertriebenen zu erklären, die in der Mehrzahl katholisch waren. Seit 1970 ist der Anteil der Katholiken konstant, während der Anteil der Evangelischen abnimmt. Gleichzeitig steigt der Anteil der Übrigen auf 6,6%.

Juden in Storndorf

Juden waren in Storndorf nachweislich seit Ende des 16. Jahrhundert ansässig – seit dieser Zeit allerdings ununterbrochen bis 1938. Das Zusammenleben scheint die meiste Zeit relativ gut gewesen zu sein, jedenfalls setzen die Storndorfer Junker nur ganz selten restriktive Maßnahmen der Obrigkeit gegen die Juden in die Tat um. Im Lauf der Jahrhunderte änderte sich die Zahl der Mitglieder der jüdischen Gemeinde, auch durch äußeren Druck, aber die Storndorfer gehörte im Bereich Alsfeld immer zu den an Zahl größeren Gemeinden. So lebten 1849 in Storndorf 170 Juden, das entspricht einem Anteil von 16,50 % an der Gesamtbevölkerung, und im Jahr 1870 war sogar jeder 5. Einwohner ein Jude. Im 20. Jahrhundert nahm die Zahl der Storndorfer Juden allerdings ab, zumal es nach 1933 in Storndorf viele nationalsozialistischen Aktivitäten gab. 1933 lebten noch 8 jüdische Familien mit 28 Mitgliedern hier – im September 1939 wurde Storndorf dann „judenfrei“ gemeldet.

Einen eigenen Synagogenraum gab es schon im 17. Jahrhundert, 1823 wurde die alte Synagoge erweitert und 1886 eine neue Synagoge gebaut. Diese Synagoge wurde in der Reichspogromnacht am 9.11.1938 verwüstet, während des Krieges als Kriegsgefangenenlager benutzt und nach dem Krieg als Wohnhaus. Heute erinnert nichts mehr an die Synagoge und nur noch der jüdische Friedhof an der Straße nach Meiches zeigt, dass es in Storndorf einmal eine große jüdische Gemeinde gab.


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