15. September 2018 - Ortsgeschehen

Quelle: OZ Alsfeld, 15.09.18 / Margaret Perkuhn

Mit dem Buschtaxi durch Schwalmtal

Zum 17. Mal kommen Landcruiser-Freunde aus ganz Europa in Mittelhessen zusammen / Seit einigen Jahren ist Storndorf ihr Mekka

STORNDORF. Voll gepackt ist die große Wiese am Ortsrand von Storndorf, es reiht sich „Buschtaxi" an „Buschtaxi". Jünger oder Jahrzehnte alt, hart gefedert und unverwüstlich sind sie, diese liebenswerten etwas rauen Burschen, die ihre Fahrer ohne zu mucksen über steile Pässe, durch Schlamm und Wüsten bis an die abgelegensten Orte dieser Welt bringen.

Zelte sind aufgebaut, an manchen Stellen sitzt man in großer oder kleiner Runde am Campingtisch und lässt sich beim Plausch untereinander Frühstücksbrötchen und Kaffee schmecken. Mittendrin ein dänischer Labrador namens „Diesel". Im leichten Morgenwind weht ein Flair von Nostalgie, Abenteuerlust und Unbeschwertheit, die grasenden Kühe auf der Nachbarweide setzen Beschaulichkeit und Bodenständigkeit dagegen.
Es ist wieder soweit, alle zwölf Monate treffen sich hier Fans von „Toyota Landcruisern". Dieses Mal allerdings ist ebenfalls eine Anzahl anderer Fabrikate mit dabei. Nicht zuletzt die Tatsache, dass bei diesem Treffen gut an Ersatzteile heranzukommen ist, zieht Interessierte aus ganz Europa an. Auch zum Beispiel die Möglichkeit, für sich und sein „Allrad-Phänomen" professionell eine Weltreise organisieren zu lassen, kommt an. Wimpel in Landesfarben aus aller Herren Länder flattern vor den Zelteingängen, die Nummernschilder verraten ein übriges: Aus ganz Europa ist man angereist, aus Schweden, Estland, England, Polen, aus den Niederlanden, aus der Schweiz, aus Tschechien, aus der Slowakei, um nur einige Länder zu nennen. Zwischen Fernweh und warmherzigen Motoren-Gebrumm macht sich jeder locker. Einschnürende Enge ist auf und davon geflogen. Hier ist die Atmosphäre offen wie der blaue Himmel oben drüber. Man ist unter sich und seinesgleichen, „man lernt immer wieder neue Freunde kennen", beschreibt es einer.

Viel Fachsimpeln und das Austauschen von Erfahrungen sind angesagt. So mancher Lebenstraum spiegelt sich auf dem Areal wider in seinem leuchtenden Lack. Einen von diesen gehegten und gepflegten Veteranen besitzt Guy. Er kommt aus der Nähe von Brüssel, „dort, wo viel Chicoree und Trauben angebaut werden", und erzählt, dass er als Kind neben einer Werkstatt von „Toyota" aufgewachsen ist. „Für mich war von klein auf klar, dass ich einmal einen Landcruiser fahren werde. Aber erst musst du mal das Geld dafür verdienen. Als das soweit war, habe ich diesen hier gefunden, 40 Jahre alt." Zehn Jahre hat er ihn restauriert und auf Hochglanz gebracht. Besonders geschmeckt hat Guy übrigens die „Schweinshax'n", die ihm am Abend zuvor in der angrenzenden „Storndorfer Ideenschmiede" nach der „tollen gemeinsamen Ausfahrt durch den Vogelsberg" serviert wurde. „So etwas kennen wir nicht in Belgien", lacht er.

Flexel kommt aus Holland. Erfolgreich umgeschaut hat er sich an diesem Wochenende in Storndorf nach Möglichkeiten für ein Zelt, das er auf dem Dach von seinem knallig orangenen Hj 45/79 installieren kann. Auch für ihn bedeutet dieser aufgepeppte Landcruiser die Erfüllung eines Lebenstraums. Als Student ist er mit anderen in einem Landcruiser zum Klettern in die Berge nach Österreich oder nach Südfrankreich gefahren: „Seitdem war ich wie alle hier infiziert." Während seine Lebensgefährtin gerade die Fahrtroute studiert, klettert der Informatiker mit Humor aufs Dach und trifft die letzten Vorbereitungen für die Abfahrt. Bald werden die beiden aufbrechen und ihren Deutschland-Urlaub, den sie im Schwarzwald begonnen haben, im Harz beenden. Sein Fazit steht fest:„Unsere Zeit hier war Spitze."


Zusätzliche Informationen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Datenschutzerklärung Bin einverstanden Ablehnen