24. Januer 2022 - Ortsgeschehen

Quelle: OZ Alsfeld 22.01.2022 - Christian Dickel

Storndorf: Sieben Katzen aus derselben Straße vermisst

Es gibt Rätsel auf. Drei Frauen suchen nach ihren verschwundenen Tieren. Die Polizei hat Kenntnis und sieht keinen Zusammenhang mit einer tot aufgefundenen Katze.

STORNDORF - "Was ist mit meinen Katzen passiert?" Diese Frage treibt nicht nur Silvia Georg aus Storndorf um. Innerhalb weniger Wochen sind fünf ihrer Tiere verschwunden. Zwei weitere Frauen aus dem Ort vermissen ebenfalls jeweils eine Katze, berichtet Georg hörbar betroffen. Doch das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit. Denn die drei Besitzerinnen der insgesamt sieben Tiere leben nicht weit entfernt voneinander in der oberen Meicheser Straße, sind quasi Nachbarinnen.

Nach dem Verschwinden ihrer Tiere ist die Sorge bei Silvia Georg um ihre weiteren Katzen groß: "Ich lasse sie nicht mehr so oft raus, vor allem abends nicht mehr." Georg, die auch eine private Futterstelle für Streuner in ihrem Haus eingerichtet hat, hat neben den verschwundenen noch fünf weitere eigene Katzen.

Was mit ihren verschwundenen Tieren - den Katern "Foxxi", "Smokey", "Kid Rock", "Pünktchen" und Katze "Grauie" - sowie Kater "Floki" von Martina Grünler und Kater "Mo", der einer weiteren Nachbarin gehört, passiert ist, ist bislang nicht bekannt. Die Polizei Alsfeld ist über den Vorfall informiert. Ebenso die Gemeinde Schwalmtal, deren Bürgermeister Timo Georg in der vergangenen Woche mit einem Aufruf im amtlichen Mitteilungsblatt geholfen und um Hinweise an das Rathaus und die Alsfelder Polizei gebeten hat. Bisher allerdings ohne Erfolg, wie der Rathauschef am Mittwoch sagte.

Alle vermissten Katzen waren Freigänger, kehrten aber regelmäßig in ihr Zuhause zurück: "Es waren treue Hauskatzen, die immer heimgekommen sind zum Essen und Schlafen. Alle waren sterilisiert oder kastriert, meine waren allerdings nicht gechipt", berichtet Silvia Georg. Verschwunden sind die sieben Tiere nach ihren Angaben zwischen Mitte November und Ende Dezember: "Smokey" und "Kid Rock" am 20. November, "Floki" Anfang Dezember, "Foxxi" und Pünktchen am 12. Dezember, "Mo" vom 23. auf den 24. Dezember und zuletzt "Grauie" am 28. Dezember. "Meine fünf Katzen waren alle drei bis acht Jahre alt, nicht geschwächt oder krank", sagt Georg. Das letzte Foto von ihrem Kater "Foxxi" habe sie am 10. Dezember aufgenommen, zwei Tage bevor er verschwand. Dieser Fall wiege für sie besonders schwer, weil "Foxxi" nur ein Auge habe. "Es zerreißt mir das Herz."


BÜRGERMEISTER HILFT MIT AUFRUF IM GEMEINDEBLÄTTCHEN

Im amtlichen Mitteilungsblatt der Gemeinde Schwalmtal vom 12. Januar ist folgender Aufruf erschienen:

"In Storndorf, insbesondere im Bereich der Meicheser Straße, sind in den letzten Wochen mindestens 7 Katzen spurlos verschwunden. Bei diesen Katzen handelt es sich nicht um Streuner, sondern um alteingesessene Tiere, die sonst immer verlässlich zu ihren Besitzern heimkamen. Die betroffenen Katzenbesitzer haben bereits die Polizei eingeschaltet (...)." Weiter heißt es in dem Aufruf: In diesem Zusammenhang sei es wichtig zu erfahren, ob es in Schwalmtal in den vergangenen Wochen noch mehr Fälle gegeben habe, in denen Katzen nicht nach Hause zurückgekehrt seien. "Bitte informieren Sie - falls Sie von weiteren Fällen wissen - die Gemeinde Schwalmtal (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 06638 9185-0) oder direkt die Polizei in Alsfeld. Auch Hinweise zum Auffinden der Katzen werden natürlich gerne entgegen genommen. Ich bitte Sie, bis zur Klärung dieser Angelegenheit ganz besonders auf Ihre Tiere zu achten. Timo Georg, Bürgermeister".

Die Polizei habe sie nicht sofort informiert, als die ersten Katzen nicht mehr nach Hause kamen, berichtet Silvia Georg. Als dann aber schließlich sieben Katzen verschwunden waren, ging sie vor knapp drei Wochen mit ihrer Nachbarin Martina Grünler zur Polizei Alsfeld. "Wir haben die Vorfälle zu Protokoll gegeben." Eine Anzeige gebe es nicht, weil bislang kein Anhaltspunkt vorliege, was überhaupt passiert sei. "Kein Tier ist gefunden worden, es gibt keine Spur - nichts", schildert Georg. Allerdings sei in der vergangenen Woche eine tote Katze in einem Karton in einem Feld entdeckt worden. Sie selbst hatte ausschließen können, dass es sich dabei um eines der verschwundenen Tiere handelt.

Ein Bürger habe die Gemeinde auf die tote Katze aufmerksam gemacht, die Kommune dann die Polizei informiert, schildert Bürgermeister Timo Georg.

Das sagt die Polizei

Eine Verbindung zum Fall der vermissten Tiere gibt es aber wohl nicht. Die Polizei habe Kenntnis von den verschwundenen sieben Katzen, bestätigt auf Anfrage eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Osthessen am Mittwoch. Mehr zu den Hintergründen ihres Verschwindens konnte aber auch sie nicht mitteilen. Es lägen aktuell noch keine Erkenntnisse vor, ob es bei den verschwundenen Katzen einen strafrechtlichen Hintergrund gebe oder möglicherweise ein Unfallgeschehen. Wem rund um die vermissten Tieren etwas aufgefallen sei, könne sich gerne an die Polizei wenden. Auch dann, wenn es Hinweise aus der Bevölkerung gebe, dass weitere Katzen vermisst werden. "Einen Zusammenhang zwischen den sieben Katzen und der toten Katze können wir definitiv ausschließen", erklärt die Polizeisprecherin. Eine der Damen, die das Verschwinden der sieben Katzen mitgeteilt habe, habe ausschließen können, dass es sich bei dem toten Tier um eines der verschwundenen handele. Warum die tote Katze in einer Feldgemarkung in Schwalmtal-Storndorf abgelegt worden sei, müsse noch geklärt werden.

Im Alsfelder Tierheim ist laut Bettina Reser keine der verschwundenen Schwalmtaler Katzen abgegeben worden. "Als sich Frau Georg oder Frau Grünler im Tierheim gemeldet haben, habe ich die Bücher durchgeschaut", berichtet Reser, die aber weitere Informationen zum Verhalten von Katzen geben kann. "Katzen, die ein festes Zuhause haben, kommen auch dann noch nach Hause, wenn sie verletzt sind." Es sei denn, die Verletzung sei so schlimm, dass dies nicht mehr möglich sei. Anders sei dies bei wilden Katzen, die über eine Futterstelle gefüttert würden. In Lingelbach habe sie eine Futterstelle betreut. Über die Jahre seien dort sechs der ursprünglich acht Tiere verschwunden, schildert Reser. "Wenn Katzen alt und krank sind, ziehen sie sich zurück und sterben dann irgendwo, meistens findet man sie auch nicht." Für ungewöhnlich hält sie allerdings, dass die sieben Katzen mit Zuhause in Storndorf innerhalb so kurzer Zeit verschwunden sind. "Das kann nicht sein", glaubt sie.

Viel Hoffnung, dass ihr Kater noch gefunden wird, hat Martina Grünler, die noch drei weitere Katzen hat, nicht. Obwohl dieser gechipt gewesen sei. Sie hofft aber, dass Menschen durch den Vorfall sensibilisiert werden, mehr auf Tiere achten und zum Beispiel auch einer verletzten Katze helfen. Sie selbst betreut wie Silvia Georg in Storndorf eine Futterstelle für Streuner. "Ich arbeite dabei mit dem Alsfelder Tierheim zusammen." Könne das Tierheim eingefangene wilde Streuner nicht vermitteln, würden diese kastriert oder sterilisiert und zur Futterstelle zurückgebracht.

 


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