27. September 2018 - Gruppenpfarramt

Quelle: OZ Alsfeld, 27.09.2018 - M. Perkuhn

Jugendliche Spontanität gepaart mit Perfektion

Christian Karl kommt nach Hergersdorf. Archivfoto: Perkuhn

HERGERSDORF - Am kommenden Samstag, 29. September, um 19.30 Uhr ist es wieder soweit in der evangelischen Kirche von Schwalmtal-Hergersdorf. Bereits im Oktober 2016 begeisterte Christian David Karl mit einer Orgelvesper auf dem von 1959 stammenden Instrument, in seiner Bauart an eine Orgel aus dem Barock angelehnt. Dieses Mal werden Werke zu hören sein von Sweelinck, von Frescobaldi, von Buxtehude und von Johann Sebastian Bach. Nicht zu vergessen: Improvisationen wird der junge Künstler auf Wunsch servieren.

Dass er mit sechs das Klavierspielen bei Karin Sacher in Lauterbach zu lernen begann und "dabei auch gleich mit dem Improvisieren für mich zu Hause angefangen hat", das erfährt man aufgrund seiner bescheidenen Art so eher nebenbei. Dass er das "mit dem Improvisieren" inzwischen genial beherrscht wie ein Crack, das wiederum sollte man einmal selbst gehört haben. Christian D. Karl aus Ober-Breidenbach, der bereits 2013 die C-Prüfung für das Orgelspiel an der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte in Schlüchtern ablegte, befindet sich inzwischen im achten Semester als Student der Kirchenmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg. Gerade hat er eine Prüfung im Cembalo-Spiel abgelegt. Als Organist ist Karl tätig in der Evangelischen Kirchengemeinde Feldatal-Kestrich und in der Evangelischen Stadtkirche von Weinheim. Brennend interessiert an Orgelinstrumenten an verschiedensten Orten, machte sich der 22-Jährige beispielsweise diesen Sommer mit neun weiteren Kommilitonen auf den Weg in den Norden Deutschlands. "Wir haben in verschiedensten Kirchen gespielt und unseren Spaß gehabt."

Kurz davor, seinen Bachelor zu machen, versteht es Christian Karl in seinen Darbietungen grundsätzlich seine Zuhörer zu fesseln. Sprühende jugendliche Spontanität gepaart mit anspruchsvoller professioneller Perfektion, das ist das eine. Das andere findet man in seiner natürlichen humorvollen Art. Nicht zuletzt dadurch ein Sympathieträger, der das "einfache" Lied im Gottesdienst vor drei Besuchern ebenso zu einem virtuosen Klangerlebnis "hochpuscht" wie eine historische Fuge vor mehreren hundert Zuhörern. Geschichtliche Hintergründe und Wissenswertes über eine Orgel bringt Christian Karl auch dem Laien in einer lockeren und verständlichen Art herüber. Damit bereichert er in eigener Moderation seine Konzerte, ohne sie hochgestochen zu überfrachten.

Man darf sich freuen auf eine Stunde packende Orgelmusik in Hergersdorf. Die, wie es Christian Karl erklärt, ein Band knüpfen soll zwischen Sweelinck, Komponist im frühen Barock, zwischen Buxtehude und dessen Schüler Johann Sebastian Bach. Auf der anderen Seite der Alpen hingegen entwickelte sich derzeit in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts die Musik von Frescobaldi, Organist im Petersdom von Rom. Ihm wird Christian Karl an diesem Abend mit einer gefühlsstarken Toccata die Reverenz erweisen.


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