8. September 2021 - Gemeindevertretung Schwalmtal

Quelle: OZ Alsfeld 04.09.2021

"Warnung vor Panikmache" beim Hochwasserschutz

Die Schwalmtaler diskutieren über die Erstellung einer Starkregengefahrenkarte

STORNDORF - "Natürlich unterliegen wir gewissen Gefahren, aber ich möchte vor Panikmache warnen. Wenn eine Situation wie im Ahrtal eintreffen würde, dann müssten wir eine Arche bauen", sagte Schwalmtals Bürgermeister Timo Georg (parteilos) am Donnerstagabend während der Gemeindevertretersitzung. Vorausgegangen war ein Antrag der Grünen, der schnellstmöglich das Beauftragen einer Starkregenniederschlagskarte gefordert hatte.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Robert Riße begründete den Antrag damit, dass der Gemeindevorstand das Thema zwar bereits auf der Agenda habe, es aber erst im nächsten Jahr umsetzen wolle. "Das halten wir für zu spät und wollen früher ran", sagte Riße. Starkregenereignisse habe es zwar schon immer gegeben, diese würden sich aber durch den Klimawandel häufen. Es müsse mit enormen Regenmengen gerechnet werden und es sei nur eine Frage der Zeit, dass es auch Schwalmtal treffe. Daher sei es wichtig zu wissen, was genau passiert, wenn das Wasser den Hang herunterfließe. Dazu gehöre beispielsweise auch, wie viel Wasser der Kanal aufnehmen könne. Es gehe darum, die Bürger zu informieren, dann könne sich jeder entsprechend vorbereiten oder eben auch nicht. Für Hessen gebe es bereits entsprechende Starkregenkarten und dort sei Schwalmtal als gefährdet zu finden. Wenn die Gemeinde jetzt für sich eine entsprechende Karte in Auftrag gebe, werde das zu 100 Prozent als Klimakommune gefördert.

Im Anschluss an die Antragsbegründung führte Bürgermeister Georg aus, dass es sich zwar um einen wichtigen Antrag handele, die Gemeinde aber bereits in den vergangenen Jahren tätig geworden sei. Die gefährdeten Stellen in der Gemeinde seien aufgrund der Ereignisse im Jahr 2013 bekannt. Konkret betreffe dies einige Bereich in Rainrod, den Bienenhausgraben in Brauerschwend, einen Bereich in Vadenrod und Hopfgarten sei mit Einschränkungen zu erwähnen. Dennoch befinde sich Schwalmtal am Oberlauf aller durchfließenden Bäche und es gebe keine Flüsse. Selbstverständlich gebe es gewisse Hochwassergefahren, aber die Situation dürfe auf keinen Fall mit dem Ahrtal verglichen werden. "Selbst bei 200 Liter Regen würde es uns nicht so hart treffen. Die Gegebenheiten sind hier schlichtweg andere", sagte Georg. Er wolle zunächst die sogenannten Fließkarten abwarten. Wenn diese nicht ausreichen sollten, sei er der Letzte, der weitere Schritte ablehne. Im direkten Dialog mit Riße, wurde dann deutlich, dass auch die Starkregengefahrenkarte sich bereits im Auftrag befindet. Woraufhin Riße erklärte, dass er mit seinem Antrag auf die entsprechende Fördermöglichkeit habe hinweisen wollen.

Bürgerlistenfraktionsvorsitzender Artur Koch meinte, dass er schon einen halben Meter hohen Schlamm auf der Bundesstraße in Brauerschwend erlebt habe und alle noch in bester Erinnerung hätten, als die alte Schule in Rainrod unter Wasser gestanden habe. Solche Ereignisse werde es immer wieder geben. SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Nahrgang ergänzte, dass er spätestens für das Thema sensibilisiert worden sei, als bei einem Kollegen aus Berfa alles weggeschwommen sei. Daher fiel der Beschluss einstimmig, das Thema Hochwasserschutz in den Hauptausschuss zu überweisen, um es gemeinsam voranzutreiben.


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