12. April 2018 - Porträts & Personalien

Quelle: OZ Alsfeld 12.04.2018

„Kind der deutschen Einheit“

JUBILAR Viehhändler und Kommunalpolitiker Dieter Boß feiert heute seinen 60. Geburtstag

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Jubilar Dieter Boß gemeinsam mit der Hessischen Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Grüne) vor einem Schlachthof. Foto: Krämer

STORNDORF (gkr). „Vogelsberger Urgestein“ und der Heimat verbunden. Im Bereich des Vieh und Fleischhandels von Frankfurt am Main bis Frankfurt an der Oder zu Hause. „Geburtshelfer“ bei der Deutschen Einheit: Dieter Boß aus Storndorf wird heute 60. Mit dem Lkw jährlich Tausende von Kilometern in ganz Deutschland unterwegs, betreibt Boß in vierter Generation einen Vieh- und Fleischhandel.

Großvater und Vater waren in der Region im Viehhandel tätig. Dieter Boß, zusammen mit Bruder Wilfried und teilweise mit Schwager Horst Schopbach, hatten ab dem 1. Juli 1989 wenige Monate vor „Mauerfall“ praktische Arbeit und Hilfestellung zur Deutschen Einheit geleistet: Die übergroßen Viehbestände der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Thüringen in der ehemaligen DDR wurden durch den Viehhandel Boß zur Vermarktung in die Schlachthöfe der Bundesrepublik Deutschland importiert und mit der starken Währung D-Mark bezahlt. Und genau in diesem Kontext fühlt sich Boss, der damals wöchentlich über 100 Kühe und Rinder vermarktete, mit als ein „Kind der Deutschen Einheit“. „Es war eine arbeitsintensive Zeit. Wir waren Tag und Nacht mit Kühen und Devisen unterwegs“, erinnert sich der Jubilar.
Die Zeit hat sich geändert, der Familienbetrieb ist kleiner geworden. Nachdem Bruder Wilfried altersbedingt ausgeschieden ist, fährt Dieter Boß jetzt alleine durch Hessen, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die „treuen Kunden“ aus der Vergangenheit werden auch heute noch aufgesucht und gut bedient. Wöchentlich sind es nur noch 15 bis 20 Tiere, die gehandelt werden. Es wird nicht mit D-Mark, sondern mit Euro bezahlt.

Mittlerweile existieren die Schlachthöfe von damals nicht mehr, weite Transportstrecken müssen überwunden und dabei das Tierwohl berücksichtigt werden. Die Arbeit ist weniger und wohl etwas leichter, aber die Auflagen und Transportbedingungen sind schwieriger geworden, berichtet Boß während eines Telefonats aus dem Lkw im Raum Erzgebirge. Dennoch sei der Viehhandel Beruf und Berufung zugleich.
„Das geht aber nur, wenn die Familie dabei ist, mithilft, sich einbringt“, ergänzt der Viehhändler. In Ehefrau Heike Boß habe er immer eine große Stütze. Nebenbei betreiben beide noch einen Ferienhof. „Urlaub auf dem Bauernhof“ sei derzeit angesagt.

Damit nicht genug: Seit 1997 ist Boß CDU-Mitglied und kommunalpolitisch aktiv. Er ist Ortsvorsteher in Storndorf, Vorsteher der Gemeindevertretung Schwalmtal (seit 2006), Mitglied des Kreistages (seit 2001), stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU. Erst kürzlich wurde er erneut zum stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden im Vogelsbergkreis gewählt. Boß versteht sich als „Praktiker“ in der CDU; Sachpolitik gehöre zu seinem Grundprinzip.

Boß lebt seine Heimatverbundenheit mit dem stetigen Einsatz für die Gemeinschaft und den ländlichen Raum. In fast jedem Verein seiner Heimatgemeinde ist er Mitglied. Neben der Ehefrau Heike, den drei Kindern und zwei Enkeln werden heute sicherlich viele Verwandte, Bekannte und Weggefährten aus Politik, Vereinen, Wirtschaft dem neuen „60er aus Storndorf“ gratulieren.


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