21. September 2019 - SG Schwalmtal

Quelle: OZ Alsfeld 21.09.2019

Jetzt spricht der Elfer-Held

Fußball: Stürmer Tobias Rakow hilft im Tor aus und rettet mit gehaltenem Strafstoß den Sieg / „Mannschaft stand total hinter mir" / Interview mit Tobias Rakow (SG Schwalmtal)

daniel rakow small

ALSFELD (mcs). „Es gibt Geschichten, die schreibt nur der Sport!“ heißt es in einer beliebten Floskel. Dass diese aber auch immer wieder Gültigkeit besitzt, zeigte sich jüngst am vergangenen Sonntag in Brauerschwend, wo die SG Schwalmtal in der Fußball-Kreisoberliga Süd beim 3:1 gegen den ASV Gießen den ersten Saisonsieg einfuhr. Und zu einem der absoluten Helden avancierte Tobias Rakow, seines Zeichens Stürmer, der nicht nur seinen verletzten Bruder Daniel zwischen den Pfosten vertrat, sondern mit einem gehaltenen Foulelfmeter in der Schlussphase entscheidenden Anteil am Erfolg der Schöppner-Elf hatte.

Als Feldspieler zwischen den Pfosten nur einen Gegentreffer kassiert, einen Elfmeter gehalten, den ersten Saisonsieg eingefahren - der letzte Sonntag muss ein ziemlicher perfekter Tag für Sie gewesen sein.

Tobias Rakow (lacht): „So kann man das wohl sagen, so etwas kommt definitiv nicht
allzu oft vor. Am meisten freut es mich natürlich, dass wir uns endlich mal belohnen und unseren ersten Dreier einfahren konnten. Dass ich der Mannschaft - dazu ja auf recht ungewohnter Position - helfen konnte, den Sieg einzufahren, freut mich natürlich noch mehr. Mir hat auch unheimlich geholfen, dass die Mannschaft total hinter mir stand, mir absolute Rückendeckung gegeben und mir vorher schon gesagt hat, dass ich mir keinen Kopf machen muss, sollten mir Fehler unterlaufen.“

Wenige Minuten zuvor war das 1:2-Anschlusstor gefallen, der Elfmeter für den ASV hätte den 2:2-Ausgleich bedeuten können. Doch sie parierten gegen Gießens Top-Torjäger Marco Moscagiuli. Intuition oder pures Glück?

„Also zumindest war ich mir ziemlich sicher, in welche Ecke er schießen würde. Ob es dann auch wirklich so kommt, dazu gehört natürlich immer ein Quäntchen Glück. Und dass ich die Finger dann wirklich noch an den Ball bekommen habe, hat mich dann selbst fast schon ein wenig überrascht (lacht).“

Nach der Verletzung Ihres Bruders sind Sie während der vorletzten Partie ja bereits zwischen die Pfosten gegangen. Waren Sie mal Torhüter oder weisen Sie bereits eine besondere Torhüter-Historie auf?

„Ich habe zwar in der Jugend in Leusel mal eine Zeit lang im Tor gespielt, aber nie fest. Ich kann mich erinnern, dass ich bei den Aktiven auch schon mal zwischen die Pfosten musste, ich glaube gegen Beltershain, als eine Historie kann man das aber wohl nicht bezeichnen. Es war allerdings schon geraume Zeit klar, dass es mal Probleme auf der Torhüterposition geben könnte, weshalb mich der Vorstand dann schon vor einiger Zeit gefragt hatte, ob ich dann aushelfen würde. Tja, und nun war es dann eben soweit.“

Damit dürfte Ihr Trainer ja auch in der Partie in Wieseck nicht um Sie herumkommen. Muss sich ihr Bruder denn auch Sorgen machen, wenn er seine Fingerverletzung wieder auskuriert hat?

„Davon gehe ich schwer aus, dass Daniel um seinen Platz kämipfen muss, wenn er wieder fit ist (lacht). Aber Spaß beiseite: Wie es am Wochenende oder am Sonntag in Wieseck aussieht, wird erst die Trainingswoche zeigen. Denn nicht nur die Verletzung meines Bruders war ja der Grund für meinen Einsatz zwischen den Pfosten, sondern auch die Tatsache, dass auch unser zweiter Keeper (Pascal Philippi, die Redaktion) noch nicht fit war. Daher muss man abwarten, wie es in den nächsten Tagen aussieht, aber natürlich wäre ich bereit für einen weiteren Einsatz.“

Dank des Sieges gegen den ASV hat ihr Team ja den letzten Tabellenplatz verlassen, auch die letzten Partien waren ja besser als die Ergebnisse. Wie fällt ihre Einschätzung bislang aus und was ist in dieser Saison möglich?

„Ja, es war wirklich frustrierend, da wir in den letzten Wochen sehr viel Pech im Abschluss hatten und uns deshalb nicht für unsere guten Leistungen belohnen konnten. Wir haben, denke ich schon gezeigt, dass wir in der Liga mithalten können und vielleicht gibt uns dieser Sieg ja noch mal einen Schub. Selbstvertrauen verleiht er uns sicherlich.“

ZUR PERSON

Name: Tobias Rakow
Alter: 28.
Beruf: Industrieschreiner.
Wohnort: Storndorf.
Bisherige Vereine: SV Leusel (in der Jugend), seit 2009 bei der SG Schwalmtal. Hobbys: Fußball, Feuerwehr, Angeln. Lieblings-Profiverein: Eintracht Frankfurt,


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