1. Februar 2023 - Schwalmtal - Heimische Wirtschaft

Quelle: OZ Alsfeld 01.02.2023

Dorfladen in Brauerschwend öffnet wieder

Katrin und Lukas Steuernagel übernehmen den Supermarkt in Brauerschwend. Der Laden war gut ein halbes Jahr geschlossen. Anfang April soll er nun wieder öffnen.

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Lukas und Katrin Steuernagel zieht es zurück in die Heimat mit künftigem Wohnort Lauterbach. Nun übernehmen sie gemeinsam den Dorfladen in Brauerschwend.

Brauerschwend. Die öffentliche Nahversorgung im unteren Schwalmtal hat eine Zukunft. Mit Katrin und Lukas Steuernagel (einem Storndorfer) hat die Gemeinde nun Betreiber für das Gebäude in der Kirchstraße gefunden. Dabei hat sich das Ehepaar ehrgeizige Ziele gesteckt und möchte bereits Anfang April eröffnen. Doch für die beiden stehen in den kommenden Wochen noch sehr viele Renovierungsarbeiten an. Denn der bis Herbst vergangenen Jahres von Norbert Hain geführte Supermarkt ist in die Jahre gekommen. Davon soll dann zur Neueröffnung nichts mehr zu sehen sein.

Hell, freundlich und mit frischen und zum Teil regionalen Lebensmitteln soll der Markt ausgestattet werden. Außerdem hat er noch viele weitere Ideen und Konzepte, die er nach und nach umsetzen möchte - beispielsweise einen Getränkelieferservice. Zusätzliche Ideen sollen in den Monaten nach der Ladeneröffnung folgen.I

Volle Unterstützung erfährt er dabei von seiner Frau Katrin, die ebenfalls ins Geschäft einsteigen wird. Dabei führte der gemeinsame Weg des Storndorfers und der Lauterbacherin die Familie mit ihrem zweijährigen Sohn Toni nun zurück in den Vogelsberg. „Wir freuen uns schon auf die alte Heimat“, sagt Steuernagel. Nach gemeinsamen Jahren zunächst in Berlin und etwa eine Dekade Marburg ziehen die dreiköpfige Familie gerade in das Haus von Katrin Steuernagels Vater in Lauterbach. Dort stehen neben dem beruflichen Projekt in Brauerschwend ebenfalls Renovierungsarbeiten an.

Jede Menge Erfahrung in Sachen Selbstständigkeit bringt Lukas Steuernagel mit. Neun Jahre lang war er Inhaber eines Schuhgeschäftes in Marburg speziell für ausgefallene Sneaker - sprich Turnschuhe - und hatte noch eine weitere Filiale in der Marburger Oberstadt. Dass er die beiden Geschäfte schloss und sich zwischenzeitlich für eine Festanstellung entschied, habe aber nicht an der Corona-Pandemie gelegen. Diese sei zwar ein großer Einschnitt gewesen, dennoch habe sich das Geschäft weiterhin getragen. Allerdings habe es Lieferengpässe durch die Hersteller gegeben. „Uns hat einfach die Ware gefehlt“, so Steuernagel. Es habe einfach keine Garantie mehr für regelmäßige Liefertermine gegeben.

Daher entschied er sich für eine Festanstellung und genoss in dieser Zeit auch das Familienleben. Allerdings habe er nach kurzer Zeit dann gemerkt, dass die Selbstständigkeit ihm deutlich mehr liege. Er sei eben gerne sein eigener Chef, gestalte und setze gerne Dinge nach seinen Vorstellungen um. Da der Umzug nach Lauterbach ohnehin bereits festgestanden habe und er von der Möglichkeit einen Supermarkt in Brauerschwend zu betreiben gehört habe, habe er sich gleich mit Bürgermeister Timo Georg (parteilos) zusammen gesetzt, um sein Konzept vorzustellen. Da sich die beiden schnell einig wurden und auch der Gemeindevorstand von ihm als neuen Betreiber überzeugt sei, habe er seinen Job zum Ende des Monats Februar gekündigt. Das Gleiche gilt für seine Frau. Die Diplom-Betriebswirtin gibt ihren Job in einer Marburger Steuerkanzlei ebenfalls Ende Februar auf, sodass für beide genau einen Monat Zeit bleibt, um den Supermarkt nach ihren Wünschen und Vorstellungen zu gestalten.
Einige Vorarbeit bereits geleistet

Einen weiteren wichtigen Vorgriff haben die beiden bereits Anfang Januar erledigt. Ebenfalls in Gesprächen mit der Gemeinde wurde für den Nachwuchs ein Platz in der wenigen Hundert Meter entfernt gelegenen Kita Pusteblume angemeldet. Außerdem ist mit dem regional agierenden Großhändler Gutkauf aus Kirchhain, der mit EDEKA kooperiert, bereits eine Vereinbarung abgeschlossen worden. „Gutkauf kann uns gewährleisten, dass wir zweimal die Woche frische Ware geliefert bekommen und das passt genau in unser Konzept. Wir wollen Frische anbieten“, sagt Steuernagel. Die Ladenöffnungszeiten werden noch festgelegt, aber der Entschluss, dass es keine Mittagspause mehr geben wird, stehe schon fest. „Wir sind Freunde von durchgehenden Öffnungszeiten“, ist sich das Paar einig.

Dass die Nahversorgung in Brauerschwend eine Zukunft hat, ist auch der Gemeinde Schwalmtal zu verdanken. Norbert Hain hatte schon seit Längerem vergeblich einen Nachfolger gesucht, der ihm die Immobilie abkauft, um in den Ruhestand treten zu können. Dann sprang die Gemeinde ein und kaufte von Hain im Herbst vergangenen Jahres die ehemalige Immobilie der Raiffeisen ab, um sie dann an einen Interessenten zu vermieten. Somit konnte die Familie Hain ihren Ruhestand antreten und fortan lag die Suche nach einem Betreiber in den Händen der Gemeinde. Damit wurde auch der Interessentenkreis an möglichen Betreibern größer, da die Investitionskosten und somit das betriebswirtschaftliche Risiko für einen Betreiber deutlich geringer ausfielen. Darüber hinaus plant die Gemeinde in den kommenden Wochen auf dem Dach ihrer neuen Liegenschaft eine Photovoltaikanlage zu installieren. Neben den Einnahmen für die Gemeinde soll auch der künftige Ladenbetreiber dann von günstigeren Stromkosten profitieren, informierte Timo Georg jüngst in einem Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Unterstützung von der Gemeinde ist wirklich gut. Dort wurde vieles daran gesetzt, damit der Dorfladen eine Zukunft hat“, sagt Steuernagel.

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