21. Juli 2011 - Dorfgeschehen

Lothar Dymianiw leitete den Jagdkurs

Neun Kandidaten freuen sich über die bestandene Prüfung - Auch zwei Storndorfer waren unter den Lehrgangsteilnehmern

Fast ein Jahr lang nahmen sie an einem Jagdlehrgang teil, der jeden Dienstag und Donnerstag in dem Lauterbacher Gasthof Keutzer unter der Leitung des Ausbilders Lothar Dymianiw stattfand: Neun Männer unterschiedlichen Alters, die die anspruchsvolle Prüfung zum Jäger bestanden haben. Am Samstag, dem 16. Juli fand nun der Lehrgang in dem nahe bei Romrod gelegenen Jägertal mit dem "Jägerschlag" und der feierlichen Überreichung der Urkunden, die nicht mit dem von der Unteren Jagdbehörde ausgegebenen Jagdschein verwechselt werden dürfen, seinen Abschluss.

Der Lehrgang

Die Lehrgänge sind anspruchsvoll und auch die abschließende Prüfung ist keineswegs trivial. Dies bestätigte sich auch bei dem aktuellen Lehrgang. Vier Prüflinge fielen durch. Auch die Ansprüche, die an einen Jäger gestellt werden, sind vielfältig. Auf dem Jagdschein werden wesentliche Tugenden eines Jägers mit folgenden Worten zum Ausdruck gebracht: "Möge er ein reiches Jägerleben lang seine Büchse und Flinte als waidgerechter Jäger und Schütze unseres Wildes führen". 

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Lehrgangsleiter Lothar Dymianiw berichtete vom Ausbildungsfleiß der Kursteilnehmer und gab einen Einblick in die vielfältige einjährige Ausbildung. Vom Jagd- und Waffenrecht, über Übungsschießen bis hin zur Wildbiologie und Revierpraxis müssen die Jungjäger ausgebildet werden. „Bei uns steht das Fachwissen vorne und das Jägerlatein hinten an", erklärte Dymianiw.

Der "Jägerschlag"

Der Jägerschlag wurde von dem zum Forstamt Romrod gehörenden Revierförster Tobias Behlen vollzogen. Traditionell wird bei dem Jägerschlag dem Jungjäger der Hirschfänger auf die Schulter gelegt und der folgende Text gesprochen:

  • Der erste Schlag soll Dich zum Jäger weih'n!
  • Der zweite Schlag soll Dir die Kraft verleih´n zu üben stets das Rechte!
  • Der dritte Schlag soll Dich verpflichten, nie auf die Jägerehre zu verzichten!

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Auch der Storndorfer Thilo Kopp wurde zum Jäger geschlagen

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Lehrgangsbester war Michel Räther aus Storndorf. Als Anerkennung für diese Leistung wurde ihm auch ein Fachbuch übrreicht.

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Die Jagdhornbläser der Jägervereinigung Lauterbach umrahmten den "Jägerschlag" musikalisch. Unter den Bläsern befinden sich der Storndorfer Heinz Reul (3. von links) und dessen Tochter Claudia Reul (verdeckt).

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Auf dem Gruppenbild sehen wir die neun "Jungjäger" sowie den Landtagsabgeordneten Döweling (ganz links), der in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Jagdvereines Alsfeld an der Veranstaltung teilnahm. Ganz rechts sehen wir Lehrgangsleiter Dymianiw. Neben ihm Revierförster Tobias Behlen, der den "Jägerschlag" vollzog. Auf dem Bild befindet sich mit Prüfer Arno Eifert auch ein Mitglied des Jägerprüfungsausschuss Gießen/Vogelsberg (5. von rechts).

Insgesamt sehen wir (von links): Mario Döweling, Jan Schmidt (Vorstandsmitglied der Jägervereinigung Lauterbach), Volker Schwenzfeier, Thilo Kopp, Rainer Weisensee, Oliver Schlitt, Daniel Clemens, Michel Räther (Lehrgangsbester), Achim Opel (Lehrgangsältester), Arno Eifert (Prüfer), Joachim Schiller, Jürgen Blank (letztjähriger Fachprüfer), Tobias Behlen, Lothar Dymianiw (Lehrgangsleiter)

Grundsätzliches zum Jagdschein (Quelle: Wikipedia)

Der Jagdschein wird von der Unteren Jagdbehörde nur ausgestellt, wenn der Antragsteller folgende Bedingungen erfüllt: 

  • Erfolgreich absolvierte Jägerprüfung . Diese erfordert die Teilnahme an einem umfangreichen Lehrgang (mind. 60 Stunden Theorie und 60 Stunden Praxis, der mit einer komplexen, dreiteiligen staatlichen Prüfung abgeschlossen wird.
  • Nachweis einer Jagdhaftpflichtversicherung (mindestens 50.000 € für Sachschäden und mindestens 500.000 € für Personenschäden),
  • persönliche Zuverlässigkeit nach dem Waffengesetz (WaffG), die unter anderem ein einwandfreies Führungszeugnis voraussetzt
  • Mindestalter 18 Jahre, mit frühestens 16 Jahren kann der mit Einschränkungen verbundene Jugendjagdschein erstmals erteilt werden.

Der Jagdschein nach § 15 BJagdG soll in Deutschland sicherstellen, dass nur ausreichend ausgebildete Jäger die Jagd ausüben. Aufgrund der recht schwierigen Prüfungen zusammen mit einer erheblichen Zahl an Lehrgangsabbrechern und hohen Durchfallquoten soll ein Mindeststandard garantiert werden und die Sicherheit bei der Jagdausübung gewährleistet sein.

Der Jagdschein alleine berechtigt primär noch nicht dazu, die Jagd auch tatsächlich auszuüben. Das Jagdausübungsrecht steht in Deutschland den Grundeigentümern zu, die es (bei genügend großem Grundeigentum und als Inhaber eines gültigen Jagdscheines) auf ihrem eigenen Land ausüben dürfen oder sich örtlichen Jagdgenossenschaften der Grundeigentümer anschließen müssen, welche das Jagdausübungsrecht dann in der Regel an Jäger verpachten.

Der Jagdschein berechtigt seinen Inhaber:

  • jagdlich tätig sein zu dürfen
  • zum Führen der Jagdwaffen auf der Jagd und im Zusammenhang mit der Jagd
  • zum Erwerb von Munition für Langwaffen (nicht für Kurzwaffen)
  • zum Erwerb von Langwaffen, die nach BJagdG erlaubt sind. Der Erwerb muss binnen zweier Wochen zur Eintragung in die Waffenbesitzkarte angemeldet werden (§ 18a BJagdG),
  • das Fleisch von selbsterlegtem Wild zu untersuchen und für den Handel freizugeben, sofern es keine verdächtigen Merkmale zeigt. Bei fleisch- oder allesfressendem Wild wie zum Beispiel Wildschweinen ist eine amtliche Trichinenschau obligatorisch.
  • Bei Revieren, die in Naturschutzgebieten liegen, ist der Jäger, sofern er eine forstliche Ausbildung hat, auch Naturschutzwart mit hoheitlichen Aufgaben (u.a. Bay. Jagdgesetz, Art. 42 Abs. 3)
  • unter weiteren Bedingungen zur Wahrnehmung des Jagdschutzes

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