28. März 2015 - Blick zurück / Die letzten deutschen Soldaten in Storndorf

1945: Storndorf zwischen Krieg und Frieden

Kleine Chronologie als Einleitung

  • Vor genau 70 Jahren rückte die US-Armee vom Südwesten her auf das heutige Hessen vor. Am 22. März 1945 überschritten die Soldaten der USA den Rhein bei Oppenheim.
  • Am 28. März gelang den Amerikanern der Einmarsch in Frankfurt, die Wehrmacht wich kampflos zurück. Nur einen Tag später, am 29. März gegen 16 Uhr, verkündeten die Amerikaner die offizielle Einnahme Frankfurts.
  • Am 29. März 1945 (Gründonnerstag) erreichten die ersten amerikanischen Panzerverbände Grebenhain und durchquerten den Ort weiter auf der heutigen Bundesstraße 275 in Richtung Herbstein und Lauterbach.
  • Am 29. März 1945 nahmen die Amerikaner auch unseren Nachbarort Meiches ein.
  • Am 30. März 1945 rückten amerikanische Bodentruppen in Alsfeld ein.

Ende März 1945: Die letzten deutschen Soldaten in Storndorf

Informationen von Heinrich Keißner, Friedhelm Linn und Karl Reul

Nachdem die Amerikaner den Rhein überschritten hatten, wichen die deutschen Verbände immer weiter nach Osten aus. In der letzten Märzwoche kamen relativ viele deutsche Soldaten aus Richtung Meiches in unseren Ort. Sie führten leichte Panzer, viele LKW und Motorräder mit sich. Es gab kaum einen Hof, auf dem sich kein Fahrzeug oder keine Soldaten befunden hätte. Bei Jägers/Vierhellers richteten sie eine Feldküche ein.

Karl Reul: "Anfangs schien der Militärbetrieb noch einigermaßen geregelt abzulaufen. Zunehmend konnte man aber beobachten, dass sich die Truppe in Auflösung befand und wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen wirkte. In einem Brunnen auf dem Anwesen Zulauf (Schmiede) versenkten die Soldaten Munition. Es kam auch vor, dass sich einige Soldaten Zivilkleidung besorgten und sich dann absetzten."

In diesen Tagen flogen ständig feindliche Aufklärungsflugzeuge (wahrscheinlich der Amerikaner) über den Ort. Sie warfen große Mengen Silberpapierstreifen ab, eventuell zur Störung des Funkverkehrs. Einige Kinder sammelten diese Streifen auf, funktionierten sie u.a. zu „Brenngläsern" um und zündeten damit kleine Feuer an. Schließlich verließen die Soldaten den Ort wieder Richtung Vadenrod. Das war mit großer Wahrscheinlichkeit am 28. März 1945 und in der anschließenden Nacht.

Heinrich Keißner - er war 1945 ein Junge im Alter von 7 Jahren - kann sich erinnern, dass an dem Abend des 28. sich ein Trupp von 30 bis 40 Soldaten auch im Bereich ihres Hofes aufhielt. Die Soldaten kamen in Scheune und das Haus, vermutlich um sich vor den Aufklären zu verbergen. Offenbar waren die Soldaten sehr hungrig und Mutter Keißner versorgte sie mit gebackenen Eiern und Speck. Am nächsten Morgen waren die Soldaten verschwunden, erinnert sich Heinrich. Zurückgelassen hatten sie Wagen und Pferd(e).


  • 29. März 1945: Gründonnerstag
  • 30. März 1945: Karfreitag
  • 31. März 1945: Ostersamstag
  • 01. / 02. April 1945: Ostern

29. März 1945: Gründonnerstag

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